Neustart der deutsch-argentinischen Zusammenarbeit

03.12.2025

© DAAD

Am historisch bedeutsamen 9. November begann in Berlin der einwöchige Besuch einer hochrangigen wissenschafts- und hochschulpolitischen Delegation aus Argentinien in Deutschland. Die Reise markiert einen wichtigen Schritt hin zu einer engeren bilateralen Zusammenarbeit in der Zukunft.

Am 10. November 2025 tagte der binationale Lenkungsausschuss des Deutsch-Argentinischen Hochschulzentrums (DAHZ) zum 20. Mal. Die Sitzung wurde von Matthias Oel, dem neuen Abteilungsleiter für internationale Angelegenheiten im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), sowie von Dr. Carlos Torrendell, dem Staatssekretär für Bildung im Ministerio de Capital Humano de la Nación, Dario Genua, dem Staatssekretär für Innovation, Wissenschaft und Technologie (SICYT), und der argentinischen Botschafterin Betina Pasquali de Fonseca eröffnet.

Der Ausschuss einigte sich auf Meilensteine zur Stärkung der Hochschulzusammenarbeit im Rahmen des DAHZ und beschloss die Förderung von vier neuen Binationalen Studiengängen mit Doppelabschluss, die Verlängerung von zwölf laufenden Studiengängen, die Finanzierung von fünf neuen Anbahnungsprojekten sowie von vier gemeinsamen Forschungsvorhaben zwischen argentinischen und deutschen Hochschulen im DAHZ.

Cordula Kleidt und Dr. Carlos Torrendell unterzeichnen das Sitzungsprotokoll

Am Abend nahm die Gruppe aus Anlass des Deutsch-Argentinischen Wissenschaftstages im Rahmen der Berlin Science Week an einem Empfang der argentinischen Botschafterin teil. Ein weiterer Höhepunkt war der St.-Michael-Empfang der Deutschen Bischofskonferenz, bei dem Staatssekretär Torrendell sogar die Gelegenheit hatte, mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ins Gespräch zu kommen.

Teilnehmende des Deutsch-Argentinischen Wissenschaftstags in der Botschaft von Argentinien

Am Martinstag fand unter Leitung des BMFTR und dem argentinischen Direktor für Internationale Kooperation im SICYT, Emiliano Cisneros, die gemeinsame Ausschusssitzung zur Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologie (WTZ) statt. Auch dort wurde der gemeinsame Wunsch nach Zusammenarbeit bekräftigt, insbesondere in den Bereichen Weltraum- und Satellitenkooperation, Ozeanographie, Gesundheitsforschung und Biomedizin. An der Sitzung nahmen auch der argentinische Nationale Direktor für Internationale Kooperation im Bildungssekretariat, Dr. Guillermo Jensen, Marcelo Marzocchini und Diego Galeano vom SICYT, Agustina Salvati vom CONICET sowie auf deutscher Seite Stefan Bienefeld (DAAD), Frauke Bode (Alexander von Humboldt-Stiftung), Irma de Melo-Reiners (BAYLAT) und Christina Peters (DFG) teil.

Parallel trafen sich Staatssekretär Dr. Carlos Torrendell und Dr. Guillermo Jensen mit Dr. Kai Sicks, Generalsekretär des DAAD, und im Anschluss mit Jens-Peter Gaul, Generalsekretär der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), bevor die Gruppe sich auf den Weg zum Deutschen Bundestag machte, um einem kulturellen Highlight der Woche beizuwohnen:

Es war etwas ganz Besonderes, gemeinsam mit Bundestagspräsidentin Julia Klöckner an der Eröffnung der Ausstellung über jüdische Kontingentflüchtlinge in Deutschland teilzunehmen.

Die argentinische Delegation mit Teilnehmenden der WTZ-Verhandlungen im Deutschen Bundestag

Am 12.11. stellte Dr. Peter Birle, Wissenschaftlicher Direktor des Ibero-Amerikanischen Instituts Berlin, die wichtige Arbeit der Einrichtung und ihre zahlreichen Kooperationen mit Argentinien und Lateinamerika vor. In dem Rahmen konnte Flavio Soldera von der Universität des Saarlandes auch das Netzwerk der argentinischen Wissenschaftler:innen in Deutschland (RCAA) vorstellen: Die Mitglieder sind wichtige Multiplikator:innen und Brückenköpfe für die Hochschul- und Forschungskooperation zwischen unseren Ländern.

An den beiden folgenden Tagen standen Hochschulbesuche in der schönen Stadt Karlsruhe an. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) gab es eine Führung durch das „Energy Lab“, und die Gruppe traf den Vizepräsidenten für Transfer und Internationales, Prof. Dr. Thomas Hirth. Außerdem stellten sich die beiden binationalen Studiengänge des KIT mit der UNSAM (Promotionsprogramm in Astrophysik) und mit dem ITBA (Master in Energy and Environment) vor.

Auch ein Besuch an der Hochschule Karlsruhe stand auf dem Programm der Delegation. Mit gleich drei geförderten Projekten gehört sie wie das KIT auf deutscher Seite zu den aktivsten Hochschulen im DAHZ (Beispiel Betriebswirtschaftslehre). An den Gesprächen nahm neben den Projektleitern und Studierenden auch die Rektorin Prof. Dr. Rose-Marie Beck teil.

In einem intensiven, bilateralen Gespräch mit dem Rektor der Dualen Hochschule Baden Württemberg (DHBW), Dr. Stephan Schenkel, erhielt Staatssekretär Torrendell tiefe Einblicke in das deutsche Ausbildungs- und Hochschulsystem, aus denen er wichtige Impulse für die anstehenden Reformbestrebungen in Argentinien mitnimmt.

Die Delegation vor dem Schloss in Karlsruhe

Die motivierenden Berichte der argentinischen Studierenden, die sich derzeit für Studium oder Praktikum in Karlsruhe aufhalten, gehörten zu den Highlights des Besuchs und führen uns die hohe Qualität des Programms vor Augen.

Diese bedeutungsvolle Woche hat die deutsch-argentinische Partnerschaft gestärkt und den Weg für unsere gemeinsame Zukunft in den Bereichen Bildung, Wissenschaft, Forschung und Innovation geebnet. Wir freuen uns auf die nächsten Schritte in unserer Zusammenarbeit.